Blog Kunstdosis

17. Juni 2018 / Installation

Julian Charrière - An Invitation to Disappear

Ein grosser dunkler Raum, Matratzen zum Hinlegen, ca. fünfzig Menschen. Du legst Dich hin. Auf dem Bildschirm bewegt sich die Kamera sehr langsam und sehr lange voran, durch Reihen und Reihen von grossen Palmen. Du fühlst Dich: als würdest Du in eine Kathedrale reingehen, abenteuerlich durch den Dschungel wandern, wie im Vietnam-Krieg Film, wie ein Panther auf der Pirsch, wie sich nachts ohne Licht im Haus herumtasten, wie in der Hauptszene in "Unheimliche Begegnung der dritten Art". Manchmal durcheinander. Irgendwann hört man ein Grollen in der Ferne, das immer näher kommt. Und Nebel. Dieses Wunder vom schweizer Künstler Julian Charrière kann man im Art Parcours an der Art Basel erleben (und bis Juli in Mainz, und bis September im Musée de Bagnes in Le Châble), noch dazu enthält das Werk eine Aussage über Natur. http://www.indonesienmagazin.d... Gut für: sich ausruhen im Art Basel Trubel, als Bettkino, über Natur nachzudenken.

27. April 2018 / Installation

Maxim Zhestkov

http://www.zhestkov.com/#/volu... Wir sind alle Teilchen vom Einen, wir tanzen alle zusammen oder gehen auseinander. Moskau-Künstler Maxim Zhestkov. Gut für: freitags für ein bisschen Ruhe im Kopf, als Meditation, um an Brombeersaison zu denken.

13. März 2018 / Literatur

Huxley - Eiland

"Eiland", von 1962, ist der letzte Roman von Aldous Huxley. Es passiert nicht allzu viel in der Geschichte, vielmehr ist es ein philosophischer Diskurs über eine utopische Parallelgesellschaft auf einer Insel, die Pala heisst. Huxley mischt viele interessante Themen: Buddhismus, Yoga, psychedelische Substanzen und dessen praktische Anwendung, tantrische Sexualität, Politik und Macht, Krankheit und Tod... http://www.spiegel.de/spiegel/... Gut für: fantasieren über andere Arten von Zusammenleben, wenn man in spiritueller Stimmung ist, Interesse hat mehr von Huxley zu lesen als "Schöne neue Welt".

02. Juli 2017 / Architektur

Der Grosse Buddha von Kamakura

Daibutsu nennt man auf Japanisch die Riesenstatuen von Buddha. Die in der kleinen Stadt Kamakura ist fast 14 Meter hoch und wurde ca. 1250 gebaut. Im Dorf ankommen und seine Präsenz wahrnehmen. Mit den anderen Menschen gehen und den Daibutsu von fern entdecken. Näher ran gehen und die Details seiner im Schoss ruhenden Hände bewundern, oder lachen über die Tauben die oft auf seinem Kopf stehen. Wenn es nicht sehr heiss ist, die Tür unter seinem Rücken durchqueren und seine Formen von innen, das Metall, anfassen. Wenn es sehr heiss ist kann man auch irgendwo im Schatten sitzen und den Grossen Buddha einfach sehr ruhig betrachten. Wie oft bei riesigen Gebäuden oder Tieren fühlt man sich in Frieden und ohne dringende Bedürfnisse. Gut für: sich ausruhen an heissen Tagen, das Gedicht "the great buddha" von Kipling lesen, meditieren, Eis essen.

28. April 2017 / Film

Laurence Anyways

Bitte anschauen: Laurence Anyways, ein Film aus dem Jahr 2012 vom kanadischen Regisseur Xavier Dolan, der es in den letzten Jahren zu grosser Berühmtheit gebracht hat. Wie alle seine Filme bietet Laurence Anyways viele intensive Szenen, bei denen man sich exaltiert lebendig fühlt und die lange im Kopf bleiben. Dieser Film fasziniert mich wegen seines ganz besonderen Charmes, wie er eine sonderbare Situation und Menschen mit viel Empathie und “Normalheit” portraitiert. Ein Mann, der plötzlich zur Frau werden will, allerdings zu einer lesbischen Frau. Gut für: Tage in denen man sich seltsam oder nicht in die Gesellschaft passend fühlt. Für jene, die im verkehrten Körper stecken.