Blog Kunstdosis

27. August 2018 / Literatur

Mein Jahr der Ruhe und Entspannung - Ottessa Moshfegh

Ausschlafen oder verschlafen? Was möchte die junge, reiche, schöne Hauptfigur dieses Buches? Was gelingt ihr? Sie ist noch dazu intelligent und versteht einiges vom Leben. Trotzdem nimmt niemand sie ernst, alle sehen nur die Äusserlichkeiten und verstehen nicht, warum so eine Frau wirkliche Probleme haben sollte. Sie ist komplett allein und hat auf nichts Lust. So entscheidet sie, ein ganzes Jahr zu verschlafen. Eine seltsame Psychiaterin hilft ihr mit verschiedenen Medikamenten dabei; ausser ihr sieht sie nur drei-vier Menschen in der gesamten Zeit. Wird ihr das Schlafen etwas bringen? Gut für: wenn man längere Zeit müde ist, vor einem Manhattan-Besuch, schöne Menschen mit Problemen.

13. März 2018 / Literatur

Huxley - Eiland

"Eiland", von 1962, ist der letzte Roman von Aldous Huxley. Es passiert nicht allzu viel in der Geschichte, vielmehr ist es ein philosophischer Diskurs über eine utopische Parallelgesellschaft auf einer Insel, die Pala heisst. Huxley mischt viele interessante Themen: Buddhismus, Yoga, psychedelische Substanzen und dessen praktische Anwendung, tantrische Sexualität, Politik und Macht, Krankheit und Tod... http://www.spiegel.de/spiegel/... Gut für: fantasieren über andere Arten von Zusammenleben, wenn man in spiritueller Stimmung ist, Interesse hat mehr von Huxley zu lesen als "Schöne neue Welt".

18. August 2017 / Literatur

So einfach war es also zu gehen - Laura Vogt

Laura Vogt (1989, Schweiz) beschreibt in diesem Buch aus 2016 die körperliche und mentale "Umkrempelung", Auflösung und zum Teil Wiederherstellung einer jungen Schweizerin. Die Sprache ist oft fleischig, richtig spürbar. Man fühlt die Wut und das nicht-mehr-weiter-Wissen und die mentalen Wunden, die durch das Gehen des Vaters entstanden sind. Die Beziehung von Helen zu ihrer Schwester ist auch sehr feinsinnig beschrieben, und wie die beiden durch ihren Umgang mit Essen ihre Probleme zu unterdrücken versuchen. Gleichzeitig erfährt man auch einiges über das moderne Kairo vor der 2011 Revolution. Gut für: neue schweizer Literatur lesen, bei Familienproblemen, für junge Menschen in einer Krise, um mehr über Kairo zu erfahren.

28. Juni 2017 / Literatur

Eine gute Partie, Vikram Seth

Ja, das Buch hat 2000 Seiten. Am liebsten wären es 3000, 4000, unendlich viele Seiten. Noch nie habe ich so unterhaltsam über ein Land gelesen: Kultur, Geschichte, Kunst, Politik, alles vermischt mit Familie und Beziehungen. Ergebnis ist ein komplettes, kunterbuntes Bild von Indien. Es liest sich wie eine Seifenoper; aber die Themen sind wichtig, und eindrucksvoll beschrieben. Vikram Seth (auch Dichter) schreibt schon lange an der Fortsetzung zu diesem Buch. Hoffen wir dass sie 2017 erscheint. Gut für: als Lektüre in den Ferien, wenn man Familienkummer hat oder gerne eine grosse Familie hätte, um Indien besser zu verstehen.