Blog Kunstdosis

27. Juli 2017 / Street Art

Robert Montgomery, Neon Schilder

Robert Montgomery (1972) kommt aus Schottland und dichtet mit Licht, oft mit recyceltem Sonnenlicht. Er schafft so ein abstraktes Gespräch mit jedem Mensch der auf der Strasse an seinen Schildern vorbeiläuft. Er zitiert Roland Barthes als eine Inspiration. https://www.theguardian.com/bo... Gut für: poetisch nachdenken ohne dicke Bücher, Spaziergänge.

25. Juli 2017 / Zu Gast

Zu Gast - Lydia Zimmer

Bücher entspannen, inspirieren und faszinieren mich. Lesend blicke ich über den Tellerrand meines Alltags hinaus. Doch Bücher können noch viel mehr: ich verstehe die Welt ein bisschen besser und mein Handeln wird unmerklich beeinflusst. Ich empfehle heute 4 Autorinnen - aus Liebe zum Buch und zum Reisen (auf dem Sofa). 

Mit Büchern verreisen am Beispiel von aktueller afrikanischer Literatur: Diese Auswahl ist eine Annäherung und Entdeckungsreise für alle, die neugierig sind und nicht wissen, welcher afrikanische Roman ein guter Einstieg ist. Man kann sie lesen - ohne Vorkenntnisse und ohne je auf dem Kontinent gewesen zu sein.
Anhand von Alltagsthemen und -szenen sowie der besonderen und einmaligen Erzählweise der Schriftstellerinnen gehen die Leser auf persönliche Entdeckungsabenteuer. Diese literarische Reise für alle mit Fernweh führt nach Simbabwe, Nigeria und Ghana.

Chimamanda Ngozi Adichie: „Americanah“
Taiye Selasi: "Diese Dinge geschehen nicht einfach so“
NoViolet Bulawayo: "Wir brauchen neue Namen“
Lola Shoneyin: „Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi“

Lydia Zimmer - Literaturecho (Reisen, Workshops und Projekte rund ums Buch: www.literaturecho.com; Buchclub: www.dieweltlesen.ch). Foto © S. Baud, J. Estrada, R. Schärer von der Schule für Gestaltung Basel für Literaturecho, 2017.

23. Juli 2017 / Installation

David Claerbout, The pure necessity (2016)

60 Minuten lang erwartet man dass Mowgli herein spaziert, wie im Original-Dschungelbuch Film von 1967. Aber die Video Installation "The pure necessity" (2016) von David Claerbout zeigt nur Tiere. Tiere bewegen sich in Ihrem Rhythmus, verlassen das Bild, der Wald bleibt manchmal viele Sekunden einfach still. Bären, Elefanten, eine Schlange, ein Panther... Ich könnte Stunden lang zusehen, und man braucht auch eine ganze Stunde wenn man den ganzen Film sehen möchte. Es ist langsam, ohne action. Das Video war Teil der Art Basel 2017. Gut für: langsame Tage, um über Erwartungen nachzudenken, für Tierliebhaber.

19. Juli 2017 / Malerei

Gerhard Richter - Tiger

Eigentlich wollte ich über Richter's Bild "Motorboot" schreiben, darüber wie ähnlich das Gefühl ist zu Wilhelm Sasnal (https://www.artonprescription....). Aber dann habe ich den Tiger gefunden. Ein ganz anderer Tiger als der von Franz Marc. Dieser ist auf der Jagd, er schleicht sich an etwas heran. Das Bild ist 1965 gemalt, als Richter Fotos als Vorlage zum "verwischten", unscharfen Malen nahm. Fast eine optische Täuschung, als würde sich der Hintergrund bewegen. Gut für: unscharfe Tage, nachdenken über Bewegung, zur Autohypnose.

11. Juli 2017 / Malerei

Franz Marc - Tiger

Was schaut der Tiger so gespannt? Oder ruht er? Ist er irgendwie menschlich, oder ist das eine Täuschung, bewirkt durch unser Ego? Das Bild ist von 1912. Marc hat viele andere Tiere gemalt, Fuchs, Katze, Kuh... Er wollte sich in Tiere hineinversetzen, überlegen, wie Tiere wohl die Welt sehen. Gut für: Naturliebhaber, nach dem Verlust eines Haustieres, als Inspiration für Farben.

06. Juli 2017 / Tanz

Ziya Azazi

Derwische sind eigentlich Angehörige einer muslimischen asketisch-religiösen Ordensgemeinschaft, Rumi war zum Beispiel ein Derwisch. Viele leben zurückgezogen als Mönche. Nicht so Ziya Azazi, er tanzt seit 1999 den Derwisch Tanz, wohnt in Wien und organisiert auch workshops für andere Tänzer, die wie er die Idee der ritualen Wiederholung, der Zyklen und der Transformation erforschen möchten. Die Reduktion auf eine einzige Bewegung stellt eine Trance her, die sich auch auf den Zuschauer überträgt. Gut für: wie unter Hypnose zu denken, anderes über Religion zu entdecken, sich im Kreis zu drehen, alles zu vergessen ohne sich zu betrinken.


02. Juli 2017 / Architektur

Der Grosse Buddha von Kamakura

Daibutsu nennt man auf Japanisch die Riesenstatuen von Buddha. Die in der kleinen Stadt Kamakura ist fast 14 Meter hoch und wurde ca. 1250 gebaut. Im Dorf ankommen und seine Präsenz wahrnehmen. Mit den anderen Menschen gehen und den Daibutsu von fern entdecken. Näher ran gehen und die Details seiner im Schoss ruhenden Hände bewundern, oder lachen über die Tauben die oft auf seinem Kopf stehen. Wenn es nicht sehr heiss ist, die Tür unter seinem Rücken durchqueren und seine Formen von innen, das Metall, anfassen. Wenn es sehr heiss ist kann man auch irgendwo im Schatten sitzen und den Grossen Buddha einfach sehr ruhig betrachten. Wie oft bei riesigen Gebäuden oder Tieren fühlt man sich in Frieden und ohne dringende Bedürfnisse. Gut für: sich ausruhen an heissen Tagen, das Gedicht "the great buddha" von Kipling lesen, meditieren, Eis essen.